Waldbaden: Auszeit vom Ich und von der Stadt

Ratgeber Waldbaden

Im Herbst zieht es selbst die Stadtmenschen in den Wald. Dann suchen sie die Stille und die entlegensten Orte auf, um Pilze zu suchen. Auch wer keine Steinpilze und Pfifferlinge findet, fühlt sich nach einem ausgiebigen Spaziergang im Wald oft ausgeruhter und gesammelter als zuvor.

Den Stress beim Waldspaziergang abschütteln

Die absolute Abwesenheit von menschgemachten Reizen, das Knacken der Äste bei jedem Schritt auf dem weichen Moos und die Präsenz der Baumriesen machen den Wald zu einem der letzten Rückzugsorte und mystischen Flecken in einer durchstrukturierten Welt. In Japan und den USA ist der Aufenthalt im Wald bereits eine anerkannte Körpertherapie. „Waldbaden“ heißt die deutsche Version dieser therapeutischen Form, bei der gestresste Menschen in den Wald geschickt werden. Frische Luft atmen, mit sich und der Natur alleine sein, achtsame Übungen absolvieren und eine Meditation können den  Stresslevel enorm sinken lassen.
Der japanische Medizinprofessor Qing Li geht sogar davon aus, dass ein Chemiecocktail der Bäume die Killerzellen im menschlichen Körper ansteigen lassen. Terpene sind sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die den Bäumen unter anderem ihren Duft geben. Der Forscher hat in Untersuchungen festgestellt, dass Menschen, die etwa einen Tag im Wald verbringen und dabei Terpene einatmen, anschließend mehr Killerzellen im Blut haben.

Ratgeber Waldbaden

 

Zurück zu den Wurzeln

Auch Ina Schmitt hat das Waldbaden ausprobiert. Nach ihrem ersten Leben als Vertriebsmitarbeiterin im Innen- und Außendienst ließ sich die Pfälzerin zur Natur- und Wildnispädagogin ausbilden. Damit ging sie zurück zu ihren Wurzeln, die bis in eine einfache, aber erlebnisreiche Kindheit reichen. Mit dem Vater, einem Jäger, lernte sie die Spuren der Natur zu lesen, mit der Großmutter sammelte sie die merkwürdigsten Pilze. Heute bringt sie als Wildnispädagogin anderen die Ursprünglichkeit und die heilende Wirkung des Waldes nahe. In ihrem Buch „Die heilsame Kraft des Waldes“ erzählt sie von ihren ersten verrückten Versuchen des Waldbadens mittels einer Zinkwanne und der Neuentdeckung des Waldes als Ort der Erholung.

Wie wir die Ruhe des Waldes einatmen

„Wahrscheinlich verhält es sich mit dem Waldbaden so wie mit den angelegten Barfußpfaden“, so Schmitt, „du kannst eigentlich jederzeit und wo immer du möchtest, barfuß gehen. Aber wenn ein Barfußpfad ausgewiesen ist, sind die Menschen eher dazu bereit, Schuhe und Strümpfe einmal auszuziehen und in direkten Hautkontakt mit dem Boden zu gehen.“
In ihrem Ratgeber führt sie den Leser durch den Wald, stellt Eiche, Rosskastanie, Linde, Erle und all die anderen Waldbewohner vor. Sie gibt dem Leser Fragen und achtsame Übungen mit auf den Weg, die als Inspiration genutzt werden können. Außerdem schärft die Naturpädagogin durch eigene Beobachtungen die Wahrnehmung des Lesers, von dem sie nicht mehr verlangt, als mit offenen Augen und offenem Herzen durch den Wald zu laufen. Dann können auch Stadtmenschen wieder einmal ganz bei sich sein – ob wissenschaftlich bewiesen oder nicht, sich ein lohnendes Unterfangen.

Das Buch zum Waldspaziergang:

Ina Schmitt: Die heilsame Kraft des Waldes. Die Sinne öffnen, Energie schöpfen, zu sich selbst finden. Entdecke die verborgenen Kräfte der Natur
Integral Verlag,München 2018.
256 Seiten, 18 Euro.
ISBN: 978-3-7787-9287-2

Hier bestellen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies auf dieser Seite zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen